Nachdem bekannt ist, wie ausländische Fachkräfte hierzulande ihre Zertifikate anerkannt bekommen und ihre Qualifikationen gegebenenfalls anpassen können, stellt sich die nächste Frage: Wie gewinnen Betriebe in Deutschland Fachkräfte aus dem Ausland? Während das mit dem Fachkräftemangel so einfach erscheint, muss doch mitunter von Seiten der Arbeitgeber etwas getan werden, das über die Prüfung der Bewerber hinausgeht – die Kandidaten müssen zunächst einmal angeworben bzw. gefunden werden.
Was bedeutet Employer Branding?
Im Marketing ist das Wort „Branding“ allgegenwärtig – dahinter steckt der Gedanke, die eigene Marke bekannt zu machen und sie damit attraktiver zu gestalten. Im Employer Branding verhält es sich genauso: Wenn ein Betrieb einen hohen Bedarf an Fachkräften hat, der eventuell sogar zu einer starken Fluktuation führt, sodass ständig neue Fachkräfte angeworben werden müssen, ist das Employer Branding ein entscheidender Schritt, um eine ausreichende Zahl an Elektrikern anzulocken.
In anderen Worten: Der Betrieb sollte sich attraktiv darstellen – und zwar vor allem für ausländische Fachkräfte. Es reicht nicht aus, aus der deutschen Sicht attraktiv zu erscheinen. Ausländische Fachkräfte mit einem anderen Hintergrund beurteilen hiesige Arbeitgeber nach anderen Kriterien. Dabei sollte auch nicht nur daran gedacht werden, ausländische Fachkräfte anzuwerben – vielmehr sollten genau die Fachkräfte erreicht werden, die sich auch in den Betrieb integrieren und qualitativ hochwertige Arbeitsleistung erbringen können.
Wie läuft ein Employer-Branding-Prozess ab?
Als erstes sollte das eigene Unternehmen seine Werte klar definieren: Was ist dem Betrieb gegenüber seinen Kunden wichtig, und was erwartet er von den Mitarbeitern? Diese Werte müssen klar kommuniziert und im Kontext der Qualitätssicherung der Arbeit dargestellt werden – nach außen für neue Fachkräfte und nach innen für die bereits vorhandenen Mitarbeiter.
Weiterhin sollte der Betrieb auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten hinweisen. Es ist schön, eine Stelle anzubieten – wirklich attraktiv wird sie erst, wenn die Betreffende darin eine eigene Karriere nach ihren Vorstellungen machen kann.
Darüber hinaus sollte eine internationale Arbeitsumgebung hervorgehoben werden. Werden Fachkräfte aus verschiedenen Ländern beschäftigt, ist das ein klarer Pluspunkt. Die Vielfalt der Länder, aus denen die Mitarbeiter kommen, und das Leben im Betrieb, das sich aus dieser Mischung ergibt, sollten aktiv kommuniziert werden.
Schließlich braucht das Unternehmen eine eigene Online-Präsenz – keine lieblose Website, sondern einen ganzen Kosmos von Darstellungen. Die Website sollte aktuell gehalten sein und in verschiedenen sozialen Medien verlinkt werden.
Wie kann man ausländische Fachkräfte gezielt anwerben?
Digitale Netzwerke, soziale Medien und das Internet insgesamt bieten heute ungeahnte Möglichkeiten, Marketing zu betreiben. Das gilt auch für das Marketing, das als das Anwerben neuer Fachkräfte bezeichnet wird – es gelten die gleichen Regeln. Was sich ändert, ist lediglich die Richtung des Marketings: Statt ein Produkt zu verkaufen, wird hier die Arbeit im eigenen Betrieb als erstrebenswertes Produkt angeboten.
Für die konkrete Umsetzung sind folgende Maßnahmen wichtig: Die Online-Präsenz muss professionell gestaltet sein und die Ernsthaftigkeit des Betriebs im Hinblick auf Qualität widerspiegeln. Die Website sollte relevante Informationen für neue Arbeitskräfte darstellen – Möglichkeiten im Betrieb, klar formulierte Stellenausschreibungen, Unterstützungsangebote für die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt und das deutsche Leben. Anschließend gilt es, die Reichweite zu erhöhen – durch Verlinkung an den Orten im Internet, wo sich potenzielle Arbeitskräfte aufhalten: LinkedIn, Facebook und Fachportale. Dort sollten auch die Stellenausschreibungen eingestellt werden, mit einem Link auf die informative Website.
Wie können soziale Netzwerke bei der Fachkräftegewinnung unterstützen?
LinkedIn und Facebook sind beliebte Plattformen, über die sich Arbeitssuchende über alle Möglichkeiten informieren und neue Arbeitsplätze finden. Da diese Plattformen generalistisch sind, muss auch mit einem Menge Traffic auf den Profilen und Seiten gerechnet werden, der nicht aus potenziellen Arbeitskräften besteht.
Daher ist es unumgänglich, neben solchen Plattformen auch spezialisierte Plattformen zu nutzen – vor allem Fachportale und Online-Stellenbörsen. Diese konzentrieren sich darauf, Fachkräfte zu finden, treiben entsprechende Werbung und machen ihren Webauftritt attraktiv. Hier lassen sich besonders erfahrene Fachkräfte finden, und neben einer eigenen Stellenanzeige können auch suchende Arbeitnehmer direkt angeschrieben werden.
Wie unterstützt ein Bewerbermanagement-System den Recruiting-Prozess?
Bei einer größeren Suche nach mehreren Fachkräften kann ein Bewerbermanagement-System verwendet werden. Es erlaubt, die Auswahl der Kandidaten und den gesamten Prozess der Rekrutierung einfacher und übersichtlicher zu gestalten – Bewerber verwalten, Kommunikation betreiben und Fortschritte beobachten.
Um die Auswahl zu beschleunigen – was besonders bei den Distanzen zwischen Betrieb und Wohnort des Bewerbers aus dem Ausland von Bedeutung ist – sollten Online-Mittel zur Vorauswahl genutzt werden: Online-Tests, online geführte Interviews. Darüber hinaus gibt es internationale Online-Netzwerke, über die sich Communities potenzieller Kandidaten finden und direkt ansprechen lassen. Gezielt geschaltete Anzeigen auf sozialen Netzwerken und beliebten Portalen erhöhen zusätzlich die Reichweite der Stellenausschreibungen.
Warum lohnt es sich, mit spezialisierten Personalvermittlungsagenturen zusammenzuarbeiten?
Bei der Suche nach Fachkräften aus dem Ausland können spezialisierte Personalvermittlungsagenturen noch mehr Vorteile bieten als bei der Anwerbung von Fachkräften im Inland. Das Finden von Elektrikern aus dem Ausland ist gegenüber einer Suche im Inland ein etwas umfangreicheres Unterfangen. Spezialisierte Agenturen bieten vier wesentliche Vorteile:
Wertvolle Ratschläge und weitergehendes Fachwissen: Gerade im Umgang mit den unterschiedlichen Qualifizierungen und Voraussetzungen können sie den Bedarf konkretisieren und damit Anforderungen formulieren, die denen des Betriebes entsprechen und sich mit der Ausbildung im Ausland vereinbaren lassen.
Umfangreiche Netzwerke und Kontakte: Damit können sie leicht auf einen großen Pool an passenden Kandidaten zurückgreifen, um die passenden Elektriker für den eigenen Betrieb anzuwerben.
Komplexe rechtliche Situation: Gerade im Hinblick auf die rechtliche Situation, die mit der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte verbunden ist, ist die Rechtssicherheit von besonderer Bedeutung. Das schließt auch das Beantragen von Aufenthaltsgenehmigungen und die Anerkennung von Abschlüssen mit ein.
Durchführung von Screenings: Mit ihrer Erfahrung nehmen sie bereits eine Vorauswahl der Bewerber vor – sie prüfen deren Background und vor allem die Qualifikationen.
Schließlich helfen die Agenturen auch dabei, die ausländischen Fachkräfte in den eigenen Betrieb zu integrieren – durch Unterstützung bei der Überwindung kulturbedingter Hürden, sodass sich die neuen Mitarbeiter reibungslos in den Betrieben einarbeiten können. Es gibt eine ganze Reihe von Agenturen, die sich auf die Anwerbung von Fachkräften aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Litauen und weiteren osteuropäischen Ländern spezialisiert haben und dabei besonders gut bei bewerbungstechnischen, rechtlichen und kulturellen Fragen helfen können.
Mehr zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse lesen Sie in unserem Artikel Berufsanerkennung für Elektriker aus dem Ausland.
Häufige Fragen zur Gewinnung ausländischer Elektriker
Employer Branding bezeichnet den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke. Für die Gewinnung ausländischer Elektriker ist es besonders wichtig, weil diese Zielgruppe den Arbeitgeber nach anderen Kriterien bewertet als inländische Bewerber – Karrierechancen, internationale Arbeitsumgebung und klare Kommunikation spielen eine zentrale Rolle.
Neben LinkedIn und Facebook sollten vor allem spezialisierte Fachportale und Online-Stellenbörsen genutzt werden. Diese konzentrieren sich auf Fachkräfte, bieten gezielte Ansprache und ermöglichen auch die direkte Kontaktaufnahme mit aktiv suchenden Elektrikern. Eine professionelle Unternehmenswebsite mit Informationen für ausländische Bewerber ist dabei die unverzichtbare Basis.
Ein Bewerbermanagement-System ermöglicht die strukturierte Verwaltung aller Kandidaten, die Kommunikation im Prozess und die Nachverfolgung von Fortschritten. Bei Bewerbern aus dem Ausland lassen sich zudem Online-Tests und Video-Interviews integrieren, um die Distanz zu überbrücken und eine fundierte Vorauswahl zu treffen.
Spezialisierte Agenturen bringen Fachwissen über ausländische Qualifikationen, ein umfangreiches Kandidatennetzwerk, Rechtssicherheit bei Aufenthaltsgenehmigungen und Abschlussanerkennung sowie Erfahrung in der Vorauswahl und der kulturellen Integration mit. Das spart dem Unternehmen erheblich Zeit und reduziert das Risiko von Fehlbesetzungen.
Besonders gefragt sind Elektriker aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Litauen und weiteren osteuropäischen Ländern. Diese Fachkräfte bringen oft eine solide Ausbildung mit und sind mit europäischen Standards vertraut. Spezialisierte Agenturen wie Global Business Recruiting haben sich auf genau diese Märkte fokussiert.
